Es ist kurz nach 13 Uhr, als sich das Büro der Schulsozialarbeit am Königin-Charlotte-Gymnasium langsam mit Leben füllt. Dieser Workshop-Nachmittag beginnt mit etwas Ungewöhnlichem: einem gemeinsamen Mittagessen. Nach kurzem, vorsichtigem Annähern entstehen erste Gespräche, es wird gelacht, die Atmosphäre ist entspannt. Ein bewusst gewählter Einstieg – denn wer sich wohlfühlt, kann sich öffnen.
Genau darum geht es an diesem Tag.
Im Rahmen ihrer Weiterbildung „Psychische Gesundheit und Körpererleben von Mädchen*“ bringen Frau Rospert und Frau Reisner ein Thema in die Schule, das im Alltag oft zu wenig Raum bekommt: die Frage danach, was uns eigentlich stark macht.
Gesundheit – mehr als nur „nicht krank“
Zu Beginn sammeln die Schüler*innen ihre Gedanken zum Thema Gesundheit. Sie überlegen zunächst: Was bedeutet Gesundheit für mich? Woran merke ich, dass es mir gut geht?
Erst einzeln, dann gemeinsam entsteht eine Mindmap – ein vielstimmiges Bild davon, was Gesundheit im Alltag wirklich bedeutet. Schnell wird deutlich: Es geht um weit mehr als körperliches Wohlbefinden. Auch Stress, Freundschaften, Leistungsdruck oder Unterstützung spielen dabei eine entscheidende Rolle.
Die Definition der Weltgesundheitsorganisation bestätigt diesen erweiterten Blick: Gesundheit ist ein Zusammenspiel aus körperlichem, geistigem und sozialem Wohlbefinden.
Der Blick auf das, was trägt
Im nächsten Schritt verändert sich die Perspektive: weg von Problemen – hin zu dem, was hilft oder helfen kann. Genau darauf liegt an diesem Nachmittag der Fokus: Was gibt mir Halt, wenn es schwierig wird? Wer oder was unterstützt mich im Alltag?
Die Schüler*innen entdecken ihre inneren und äußeren Ressourcen: eigene Stärken, hilfreiche Strategien, aber auch Menschen, die ihnen wichtig sind und in herausfordernden Situationen Halt geben können. Gleichzeitig wird bewusst, dass nicht alles selbstverständlich ist und auch äußere Bedingungen eine wichtige Rolle spielen.
Kleine Schätze mit großer Bedeutung
Im Anschluss daran wird es kreativ. Auf den Tischen liegen Materialien, Farben und kleine symbolische Gegenstände. Aus schlichten Boxen entstehen nach und nach ganz persönliche Schatzkisten. Manche werden bunt gestaltet, andere schlicht gehalten, einige besonders detailreich. Schritt für Schritt füllen sie sich mit Gedanken, Erinnerungen und Sätzen, die Mut machen. Mit Dingen, die Halt geben können. Mit all dem, was im Alltag oft übersehen wird – und gerade deshalb in schwierigen Momenten so wichtig ist.
Ein Blick nach innen
Am Ende des Nachmittags richtet sich der Blick noch einmal nach innen: Was habe ich heute über mich gelernt? Welche Stärke war mir vielleicht vorher gar nicht bewusst?
Die Antworten fallen unterschiedlich aus – doch eines wird deutlich: Jeder trägt etwas in sich, das Kraft gibt. Und genau das nehmen die Schülerinnen mit nach Hause: eine kleine Kiste – und vielleicht einen etwas klareren Blick auf das, was sie stark macht.

